The Voice of IoT. Oktober 2020

«Streetlight as a Service» – vom klassischen Händler zum Systemintegrator. Dank IoT sehen Kunden auf einen Blick – vom Büro aus – wie es um ihre Strassenbeleuchtung steht.

Bei der Entwicklung von neuen Services für die Smart City steht für uns der Kundennutzen immer im Fokus. Wir suchen aktiv den Dialog und reagieren auf sich ändernde Bedürfnisse.
Enrico Baumann. CEO. Elektron AG. Schweiz

Wie wirkt sich die Digitalisierung und IoT auf die ELEKTRON aus

Bei der ELEKTRON entwickeln wir intelligente Lösungen für effiziente Systeme – im Grundsatz schonen wir also immer in irgendeiner Form Ressourcen und möchten damit die Lebensqualität auch für kommende Generationen sicherstellen. Unser Ziel ist es, die öffentliche Infrastruktur, allen voran die Strassenbeleuchtung, intelligenter zu machen. Darin sehen wir auch den grossen Nutzen für unsere Kunden.
Mit der Standardisierung der Schnittstellen durch die Leuchten-Industrie vor rund zwei Jahren hat das Thema «Intelligente Beleuchtung» so richtig Fahrt aufgenommen. Dank dieses Entscheides sind Leuchten, Sensorik und Managementsystem voneinander entkoppelt, sodass auch Produkte von unterschiedlichen Herstellern zusammen funktionieren. Das gibt den Betreibern, Gemeinden und Städten den notwendigen Investitionsschutz für den Schritt hin zu einer intelligenten und bedarfsgerechten Infrastruktur. Als nächstes nutzen wir den Mehrwert der Trägerinfrastruktur Strassenbeleuchtung für weitere Anwendungsgebiete einer Smart City. Damit können Städte und Gemeinden mehr aus etwas machen, das sie bereits besitzen: ihrer Strassenbeleuchtung. Smarte Anwendungen wie beispielsweise Gateways für die Verdichtung von LoRaWAN-Netzwerken, Waste Management, Parking oder Luftqualitätsmessungen testen wir bereits heute in Pilotprojekten im Smart City Lab auf dem Areal Wolf in Basel.

Wie nutzt ELEKTRON das Potenzial der Digitalisierung

Die Digitalisierung und die daraus neu entstehenden Geschäftsmodelle bieten uns die Möglichkeit, uns zu differenzieren. Bei standardisierter Hardware ist für uns als KMU keine Differenzierung mehr möglich. Gleichzeitig steht die Energiebranche vor grossen Herausforderungen. Deshalb suchen wir aktiv den Dialog mit Städten und Energieversorgern und reagieren auf ihre sich ändernden Bedürfnisse. Dank Konnektivität haben wir heute viel mehr Informationen über den Zustand von Infrastrukturen und können diesen Mehrwert in Form von Services und Softwarelösungen an unsere Kunden weitergeben. So ist auch unser Angebot «Streetlight as a Service» entstanden.

Was kann man sich unter «Streetlight as a Service» vorstellen

Bei der Strassenbeleuchtung können wir heute dank dem Einsatz von vernetzten Leuchten, die in Echtzeit Statusmeldungen an die Managementsoftware schicken, den Kunden umgehend bei einem Ausfall informieren, im Sinne von (Pre-)Maintenance. So kann der Energieversorger sofort reagieren und die Sicherheit auf den Strassen ist jederzeit gewährleistet. Somit erübrigen sich zeitraubende Kontrollfahrten durch die Gemeinden. Die Pflege aller Lichtpunktdaten in einer zentralen Software bietet zudem eine ideale Übersicht und dient als Planungsgrundlage für periodische Kontrollen oder kommende Sanierungen. Die Betreiber sehen auf einen Blick – vom Büro aus – wie es um ihre Strassenbeleuchtung steht. Ohne Papierkram, ohne dafür die ganze Stadt abzufahren. Wichtig ist uns, dass wir die Kunden zielgerichtet unterstützen können. Genau dort, wo sie Unterstützung möchten und brauchen.

Vor welchen Herausforderungen steht ELEKTRON dabei

Heute verkaufen wir nicht mehr «nur Strassenlampen». Wir verpflichten uns, dass der Betrieb der Anlage zuverlässig funktioniert. Hierfür braucht es in der internen Organisation neue Skills aber auch einen Kulturwandel im Denken. Smarte Lösungen und Services benötigen zudem neue Formen der Zusammenarbeit. Man kann nicht (mehr) alles selbst machen. Wenn wir im Schweizer Digitalisierungsgewerbe erfolgreich sein wollen, müssen wir eine Plattform für den interdisziplinären Austausch schaffen. Genau deshalb haben wir gemeinsam mit anderen KMU’s, Schweizer Hochschulen, Startups und Technologieunternehmen die SmartCity Alliance gegründet. Ein Verband mit dem Ziel, die Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zu fördern, aber auch die Qualität der Marktangebote zu sichern und so Investitionssicherheit für Anlagenbetreiber zu garantieren.

Welche Bedeutung hat Konkurrenzdenken innerhalb der Smart City Alliance

Ich bin der Meinung die Digitalisierung bietet viele neue Business-Opportunitäten – da ist für uns alle etwas dabei, auch wenn der Markt in der Schweiz noch relativ klein ist. Aber wenn wir es schaffen, gemeinsam einen hohen Innovationsgrad zu entwickeln, dann können wir diesen für die spätere Skalierung im Ausland nutzen. Insbesondere in Mega-Cities, wo der Druck auf die Infrastruktur und die Pain Points viel grösser und schwerwiegender sind. Um dies zu erreichen, müssen alle Beteiligten zuerst vor allem auf den «schweizerischen Pioniergeist» setzen und nicht schon kurzfristige Gewinne suchen, sonst funktioniert es nicht.

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